Krawattennadeln – Tipps und Tricks

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Die Krawatte: einst nur ein schnödes Schnupftuch

Sie war ursprünglich Bestandteil der Kleidung so genannter niederer Gesellschaftsschichten. Zur Zeit, als die Krawattennadel erfunden wurde, trugen die Herren der „besseren“ Gesellschaft, zumal die des Adels, keinen üblichen Anzug oder ähnliche Kleidungsstücke. Standesgemäß war zu entsprechenden Anlässen Uniform mit allem nur erdenklichen „Lametta“ angesagt. Nein, die Krawatten und damit die – übrigens erst viel später entstandenen – Krawattennadeln sind zutiefst bürgerlicher Abstammung. Sie waren anfangs genau genommen überhaupt nicht gesellschaftsfähig. Unter mittelalterlichen Landsknechten war die Krawatte kaum mehr als ein um den Hals gebundenes Schnäuztuch, teils Taschentuch, teils Serviette und teils wahrscheinlich einfach nur dazu da, sich gelegentlich den Schweiß von der Stirn zu wischen. Erst viel später fand sie Eingang in die Etikette. Die Krawattennadeln, ebenso wie die Krawattenspangen, von denen sie entschieden zu unterscheiden sind, entstanden erst im 19 Jahrhundert, als die Krawatte endlich ihr Dasein als Accessoire der unterprivilegierten Klassen abgelegt und in bessere Kreise Eingang gefunden hatte. Ob bei diesem gesellschaftlichen Aufstieg wirklich die so oft in Zusammenhang mit Krawatten zitierte Suppe eine Rolle gespielt haben mag, sei dahingestellt. Tatsächlich ist es aber so, dass die Nadel oder Spange durchaus dazu dient, den schicken Binder vor unpassenden kulinarisch oder gastronomisch bedingten Begegnungen zu bewahren. Nicht nur in Büros von Banken und Versicherungen, sondern generell in „Gesellschaft“, zumal bei festlichen Anlässen wie etwa Hochzeiten, sind die Krawatte und mit ihr eine Nadel oder Spange / Klammer zu ihrer Befestigung ein „must“ geworden. Dabei hat speziell die Nadel gar keine wirkliche Funktion. Sie dient von jeher einzig als Schmuckstück, speziell der Herrenwelt. Das mit der Suppe kann schon deswegen nicht wirklich stimmen (bei der Krawattenspange ist das etwas anders), weil die Nadel generell durch den Knoten des Binders gestochen wird. Vor dem In-die-Suppe-tunken kann sie dort ganz sicher nicht schützen.

Besondere Krawattennadeln findet man z.B. bei pro-manschettenknoepfe.de.

Das komplette Outfit muss ’stimmig‘ sein

Das Tragen einer Krawatte ist jedenfalls heute zu bestimmten Gelegenheiten Pflicht, sei es bei einer Hochzeit, sei es bei einem geschäftlichen Jubiläum oder einer Beerdigung. Zur Krawatte gehört standardmäßig auch eine Nadel oder eine Spange. Die Wahl zwischen beidem ist ins Belieben des Trägers gestellt. Nur auf eines ist dringend zu achten: Farbe, Form und Material müssen unbedingt zum übrigen Outfit passen, damit sich der Träger nicht lächerlich macht. Manschettenknöpfe, Gürtel und selbst die Uhr am Handgelenk sollten eine Einheit bilden. Stil und Geschmack des modebewussten Mannes sollten geschult sein. Wer sich nicht sicher ist, tut gut daran, sich einfach von modekundigen ZeitgenossInnen beraten zu lassen. Dazu ist speziell das Personal in den einschlägigen Fachgeschäften schließlich da.

Vom Familienwappen bis zum Corporate Design

Wie erwähnt, ist zwischen Krawattennadeln und Krawattenklammern (auch Krawattenspangen genannt) zu unterscheiden. Die Nadel bestand anfangs tatsächlich nur aus einer Nadel, die durch den Krawattenknoten gestochen und von außen mit einem Knopf, häufig in Form einer Perle, fixiert wurde. Dieser Knopf konnte aber auch mit allerlei Motiven geschmückt werden, vom Familienwappen über das persönliche Monogramm bis hin zu Abzeichen aller Art, um beispielsweise die Zugehörigkeit zu irgend einer Vereinigung zu zeigen. Auch das Business schlägt durch bis in die Modewelt: Heute verewigen Firmen des öfteren ihr Corporate Design auf gemeinsamen Krawattennadeln.

Die Klammer muss kürzer sein als die Krawatte breit ist

Eine Schutzfunktion (siehe die berüchtigte Suppe) hat eine Nadel natürlich nicht, weil sie ja ausschließlich auf dem Knoten getragen wird. Wer sich davor schützen möchte, sich bei Tisch zu bekleckern, wird sicher zur Klammer greifen. Dabei ist das selbe zu beachten wie bei Krawattennadeln. Die Klammer muss zum Rest des Anzugs passen. Außerdem ist darauf zu achten, dass sie an der richtigen Stelle sitzt. Üblicherweise wird sie zwischen dem dritten und vierten Hemdknopf befestigt. Selbstverständlich muss die von hinten festhaltende Klammer unter den Hemdrand geschoben werden. Andernfalls kann sie ja nichts festhalten. Es ist überdies wichtig, dass die Klammer genau quer zur Krawatte sitzt. Alles andere, wenn sie also irgendwie schräg herumhängen würde, wäre ein unverzeihlicher Faux-pas. Auch was die Länge der Klammer angeht, gibt es eine von der Etikette diktierte Vorschrift. Sie darf nicht mehr als drei Viertel der Breite der Krawatte haben. Die allerdings sollte sie haben, weil sie sonst ihre Funktion nicht erfüllen kann. Bei der Auswahl der Krawattenklammer muss also genau auf die Krawatte geachtet werden, zu der sie getragen werden soll. Schließlich gibt es Krawatten in recht unterschiedlichen Breiten. Wer etwas auf sich und sein Auftreten hält, hält eine größere Auswahl an Krawattenklammern unterschiedlicher Größe vorrätig. Auch Krawattennadeln sollten in einer größeren Zahl zur Hand sein, weil nicht jede zu jedem Binder passt.

Die Sonderfälle Plastron und Cutaway

Ähnlich wie die Krawatte hat das sogenannte Plaston eine zutiefst bürgerliche Vergangenheit, hat sich aber im Laufe von Jahrzehnten in die gehobeneren Gesellschaftskreise hinaufgearbeitet. Anfangs war das Plastron ein einfacher weißer Brustlatz als Teil von Frauen-Trachten. Inzwischen ist sie eine kurze, aber sehr breite Krawatte, mehr schon eine Art Schal, auch Ascot oder Ascotkrawatte genannt. Schon der Name deutet darauf hin, wo sie am ehesten zu finden ist: auf dem Pferderennplatz. Dort trugen ihn lange Zeit nicht nur Frauen, sondern vor allem und hauptsächlich Männer, im Allgemeinen zum klassischen Cutaway. Bei ihm jedoch ist das Plastron inzwischen weitgehend dem Langbinder gewichen und wird heute generell fast nur noch beim Reitsport getragen, während der „Cut“ als der große Gesellschaftsanzug des Tages (am Vormittag oder allenfalls bis maximal 18 Uhr) nach wie vor weit über den Turf, den Pferderennplatz, hinaus verbreitet ist. Zu ihm gehört traditionell eine silbergraue Krawatte, zu der dann auch die Krawattennadeln oder -klammern passend gewählt werden müssen. Farbige Krawatten zum Cutaway sind heutzutage zwar erlaubt, aber nicht wirklich en vogue. Bei Beisetzungen hat die Krawatte selbstverständlich schwarz zu sein. Zylinder und Chrysantheme im Knopfloch sind zumindest auf dem Rennplatz ebenso wie früher gang und gäbe.

Es muss nicht immer nur die Krawatte sein

Krawattennadeln und -klammern gibt es in einer riesigen Auswahl, so dass es ganz sicher keine Krawatte gibt, ob breit oder schmal, lang oder kürzer, zu der nicht eine passende Nadel zu finden wäre. Auch die Materialien, aus denen Krawattennadeln und -klammern hergestellt werden, sind zahlreich. Nur Plastik sollte es wohl eher nicht sein… Übrigens werden Krawattennadeln schon seit einigen Jahrzehnten nicht mehr nur zum Binder getragen. Nicht selten findet man sie auch als zusätzliches Schmuckstück am Revers eines Anzugs. Dann noch eine Klammer an der Krawatte – das wäre dann freilich zu viel des Guten.

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